10 UI Hacks die jeder Entwickler kennen muss

Autor Chris Wolf

Chris Wolf

· 4 min. Lesezeit
10 UI Hacks die jeder Entwickler kennen muss

Hast du schon mal ein Tool benutzt und dich gefragt "Was zum Teufel haben die sich dabei gedacht?" - dann bist du nicht allein. Zum Glück gibt es Hilfe. Jakob Nielsen gibt mit seinen 10 Heuristiken jedem Webentwickler ein Paar Stützräder an die Hand, mit denen es leichter wird, wirklich benutzbare Software zu entwickeln. Hier sind die 10 Hacks in ihrer ganzen Pracht.

Über Jakob Nielsen

Jakob Nielsen ist ein renommierter Web-Usability-Berater. Er ist Mitbegründer der Nielsen Norman Group und hat mehrere Bücher über Web Usability verfasst, darunter "Designing Web Usability" und "Usability Engineering". Er hat an der Technischen Universität Dänemark im Bereich Mensch-Computer-Interaktion promoviert. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf seine Arbeit und was er über Web Usability zu sagen hat.

Die 10 Usability-Heuristiken

1. Sichtbarkeit des Systemstatus

Der Nutzer sollte immer sehen können, in welchem Zustand sich das System befindet und welche Maßnahmen er ergreifen kann.

Indem wir dafür sorgen, dass die Nutzer/innen den Systemstatus immer klar erkennen können, schaffen wir eine reibungslosere Interaktion zwischen Nutzer/innen und Technologie und helfen den Nutzer/innen, ihr Gerät oder ihre Anwendung effizienter zu nutzen.

2. Übereinstimmung zwischen dem System und der realen Welt

Die Benutzeroberfläche sollte eine Sprache verwenden, mit der der Benutzer vertraut ist und Konzepte, die er leicht verstehen kann.

Dieser Punkt bezieht sich insbesondere auf die sprachliche Gestaltung des UI. Anstatt technische Begriffe zu nutzen, sollten allgemein verständliche Begriffe genutzt werden.

Wenn du sicherstellst, dass jedes Element der Benutzeroberfläche eine klare Botschaft auf natürliche Weise vermittelt, fühlen sich die Nutzer/innen wohler, wenn sie durch die verschiedenen Systeme navigieren.

3. Benutzerkontrolle und Freiheit

Der Benutzer sollte in der Lage sein, jede Aktion rückgängig zu machen, wenn er einen Fehler macht.

Durch die Möglichkeit der Selbstkorrektur können die Nutzer/innen selbstbewusst durch die Benutzeroberfläche navigieren, da sie wissen, dass Fehler schnell und einfach rückgängig gemacht werden können. Dank dieser Freiheit können die Nutzer/innen stressfrei mit deinem Produkt interagieren, was zu einem angenehmeren und sinnvolleren Erlebnis führt.

4. Konsistenz und Standards

Die Benutzeroberfläche sollte konsistent sein, damit die Nutzer/innen wissen, was sie erwarten können und ihr Wissen von einem Teil des Systems auf einen anderen übertragen können

Wenn die Benutzeroberfläche durchgängig konsistent ist, werden die Nutzer/innen mit dem System vertraut und fühlen sich in der Lage, ihr Wissen von einem Teil auf den anderen zu übertragen. Ein einheitliches Design stellt außerdem sicher, dass jede Seite intuitiv aussieht und sich auch so anfühlt, wenn ein Nutzer durch das System navigiert, damit er das Gesuchte problemlos findet.

5. Fehlervermeidung

Die Benutzeroberfläche sollte Fehler von vornherein verhindern oder einfache Möglichkeiten bieten, sie zu beheben, wenn sie doch einmal auftreten.

Darunter fallen auch Sicherheitsabfragen wie "Soll der Eintrag wirklich gelöscht werden?" oder "Soll die Email wirklich ohne Anhang versendet werden?".

6. Wiedererkennbarkeit statt Erinnerungsfähigkeit

Die Benutzeroberfläche sollte es den Nutzern leicht machen, die benötigten Informationen zu finden. Sind die Klickstecken lang weil Buttons hinter Menüs verborgen sind, muss der Nutzer sich beim nächsten mal erinnern, wie er zu einem bestimmten Ergebnis kommt.

7. Flexibilität und Effizienz bei der Nutzung

Die Benutzeroberfläche sollte so gestaltet sein, dass die Nutzer/innen Aufgaben schnell und effizient erledigen können, ohne viele Schritte durchlaufen oder komplexe Mechanismen nutzen zu müssen

8. Ästhetik und minimalistisches Design

Die Benutzeroberfläche sollte ansprechend aussehen und einfach zu bedienen sein, ohne zu überladen oder unübersichtlich zu sein.

Apple macht es vor: Reduktion von Optionen, Konzentration auf das das Wesentliche und die Abwesenheit von visuellem Lärm sind wichtige Aspekte der Designphilosophie des Unternehmens. Der Nutzer soll die Informationen finden, die er braucht, ohne durch nicht zusammenhängende Inhalte oder Dekorationen abgelenkt zu werden.

9. Hilf den Nutzern, Fehler zu erkennen, zu diagnostizieren und zu beheben

Die Benutzeroberfläche sollte den Nutzern helfen, Fehler zu erkennen, wenn sie auftreten, und ihnen Hinweise geben, wie sie diese effektiv beheben können.

10. Hilfe und Dokumentation

Die Benutzeroberfläche sollte mit einer Dokumentation oder einem Hilfesystem ausgestattet sein, damit die Benutzer/innen bei Bedarf lernen können, wie sie sie effektiv nutzen können.

Fazit

Wenn du die 10 oben genannten Nielsen-Heuristiken befolgst, kannst du das Nutzererlebnis (UX) auf deiner Website oder in deiner Anwendung erheblich verbessern. Und wenn die UX verbessert wird, steigen auch die Kundenzufriedenheit, das Engagement, die Konversionen und die Kundenbindung. Mit anderen Worten: Es lohnt sich, bei der Gestaltung den Nutzer im Blick zu haben.


Jakob Nielsens Arbeit zur Web-Usability hat die Gestaltung von Websites heute nachhaltig beeinflusst. Seine 10 Usability Heuristiken für die Gestaltung von Benutzeroberflächen werden von Designern immer noch als Richtlinien für die Gestaltung benutzerfreundlicher Websites verwendet. Wenn du mehr über Jakob Nielsen oder Web-Usability im Allgemeinen erfahren möchtest, empfehlen wir dir seine Website oder eines seiner Bücher.